Donnerstag, 1. Oktober 2009

Energie sparen ist gar nicht so leicht

Also, der nächste Winter ist ja auf dem Vormarsch, er steht quasi nicht nur vor der Tür sondern auch hinter dem Fenster. Und wir wollen ja einerseits kuschelig warm durch ihn gehen und andererseits möglichst wenig Energie verbrauchen. Dafür müssen wir ökonomisch heizen. Und weil ich nicht ständig von einem Zimmer zum anderen rasen und die Heizung hoch- bzw runterregeln will, weil ich sicher sein will, dass während unserer Abwesenheit nicht zuviel aber nicht zu wenig geheizt wird, weil die Heizung im Bad einen anderen Rhythmus hat als im Wohnzimmer oder im Büro, hab ich mich auf den Weg zum Baumarkt gemacht, um Energiesparheizungsventile zu erstehen. Eines hatte ich im vergangenen Jahr schon im Wohnzimmer montiert und es hat prima funktioniert.

Es gab im Baumarkt nur noch ein Exemplar - wobei ich nicht wusste, haben die immer nur eins und bestellen dann das nächste oder war das das letzte seiner Art vor Weihnachten? Egal, ich hab's gekauft; nicht ohne es skeptisch zu betrachten, es war nämlich nicht dasselbe Fabrikat, das mir schon so gute Dienste geleistet hat. Aber der Verkäufer war voll des Lobes, es sei ja auch im Angebot jetzt (ich hätt's wissen sollen, das konnte nicht gut gehen!!!) und außerdem billiger. Das Stichwort ist billig aber der Reihe nach.

Ich also mit dem neuen ESHV (ab sofort ist dies die Abkürzung, das Wort alleine verursacht einen Energiestau bei mir) nach Hause gebraust. Nun müssen Nichteingeweihte wissen, dass der Baumarkt nicht gleich um die Ecke liegt sondern gute 10 km entfernt, die ich mit dem Auto zurücklegen muss, im nachmittäglichen Stadtauswärtsstau und einer 4 km langen Baustelle auf der Schnellstraße. Schon mal sehr spaßig, nehm ich aber gut gelaunt auf mich, hab ich doch erst mal ein EHSV in der Tasche bzw. auf dem Beifahrersitz.

Ich stürze zu Hause sofort zum Werkzeugkasten, schleppe diesen samt ESHV ins Schlafzimmer, weil mir dort die tägliche bzw. nächtliche Temperaturregelung am dringlichsten scheint. Das Gerät wird aus der Plastikhülle gefriemelt, Batterien einsetzen, Taste wie vorgeschrieben drücken, betriebsbereit, klasse! Jetzt nur noch das alte Ventil abschrauben und durch das neue ersetzen. Der erforderliche Adapter für unser Heizungsfabrikat ist auch vorhanden und ich versuche gleich mal, ihn an das Ventil zu schrauben. In demVerbindungsring mit dem Gewinde hat er merkwüdig viel Spiel, was mich aber nicht stört. Er soll ja auf das Heizungsventil geschoben werden und wird dabei etwas geweitet, dann wird er schon passen. Gedacht, getan, ich schieb den Adapter auf und ziehe das Feststellschräubchen an, der sitzt nun fest. Jetzt nur das Gerät dranhalten und mit dem Verbindungsgewinde festdrehen, und schon sparen! Ach lieber Leser, weit gefehlt! Es passte nicht nur der Verbindugsring nicht - immer noch zu groß für den Adapter - das Gewinde war, wie jetzt ich erst sehen konnte, auch noch viel zu kurz, um überhaupt, selbst wenn es in der Weite gepasst hätte, einen auch nur ansatzweise denkbaren Halt zu bieten. Für 2 Sekunden hielt es und knallte dann mit Schwung herunter. Also nix mit Energiesparen im Schlafzimmer. Ich hab es dann - so leicht geb ich nicht auf - nochmal an der Heizung im Wintergarten versucht. Eigentlich überflüssig, der Verbindungsring ist in der Zeit weder in der Länge gewachsen noch im Durchmesser geschrumpft. Hat natürlich auch nicht funktioniert.

Und das war der Moment, wo ich den Baumarkt, den Hersteller und sämtliche Mitarbeiter auf's heftigste und lautstark verunglimpfte. So ein Billigteil!!! Und das mir!!! Und ich hab ja schließlich vorher gefragt!!! Was half's, ich hab also mein Auto wieder angeworfen und mich auf's neue auf den Weg gemacht, noch mal 10 km hin und 10 zurück. Ich hatte mich inzwischen beruhigt und konnte ohne Schnappatmung dem Verkäufer erklären, was für einen Sch... sie da verkaufen. (Ich hab es etwas weniger drastisch aber genauso deutlich ausgedrückt.) Das Qualitätsprodukt und hier nenn ich mal die Firma. Honeywell, haben sie nicht mehr im Sortiment. Aber - und das finde ich wieder sehr entgegenkommend - der freundliche Mitarbeiter kümmert sich darum, ob man es nicht doch bestellen kann.

Mittlerweile bin ich im Internet fündig geworden, ich kann sie bestellen und bekomme so viele, wie ich will. Und wenn der Baumarkt mich nicht bis spätestens morgen angerufen hat, tu ich das auch. Nicht ohne ihn zu informieren, dass ich seine Leistungen bezüglich der ESHVs jetzt nicht benötige.

Was für ein Aufwand, soviel Zeit für letztlich nur heiße Luft. Wobei es ja nicht einmal die gab bzw. nur ungeregelt und unreguliert. Die Moral von der Geschicht: trau keinen Billigteilen nicht! Sie sind nicht nur zu groß, oh nein, es passt auch kein Adapter rein.

Kommentare:

  1. Meine liebe - aufgeregte und nun wieder ruhige - Barbara,

    wie schön ge- und beschrieben. Konnte mir alles bildlich vorstellen und habe nun ein paar Schmunzelfalten mehr im Mundwinkel.
    Auf die Fortsetzung bin ich gespannt? Wird's der Internetanbieter oder der Baumarkt??

    AntwortenLöschen